Lassen Sie sich nicht beirren,

denn die teils beunruhigenden Bilder, die Sie in jüngster Zeit vielleicht im Fernseher gesehen haben, die erschreckenden Beiträge, die man in Zeitungen und Illustrierten lesen konnte, sind nur eine Seite der Medaille.

Sicher, Griechenland hat immense wirtschaftliche Probleme. Dass sich die Presse auf schlechte Nachrichten stürzt, ist auch bekannt, denn „bad news are good news“. Man fragt sich allerdings nur, für wen. Für die Presse vielleicht. Sicher nicht für die Menschen. In Griechenland wie auch z. B. in Deutschland hat die Boulevard-Presse das Thema in gewohnt unverantwortlicher Weise hochgepeitscht und überall für grosse Aufregung gesorgt. Manch einer fragt sich gar, ob man noch ohne Gefahr in Griechenland Ferien machen kann.

Wir meinen: Reisen Sie ruhig nach Griechenland und bekunden Sie den liebenswerten Menschen dieses Landes Ihre Solidarität. Denn diese haben die Krise ganz bestimmt nicht zu verantworten. Da ist vieles schief gelaufen, und sowohl Regierungen, Banken, Spekulanten und ebenso skrupellose wie kurzsichtige Geschäftemacher und Profiteure auf allen Seiten haben die Karten kräftig gemischt und dabei auch ein wenig falsch gespielt. Es wurden utopische Versprechungen gemacht, grosse Hoffnungen und unerfüllbare Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt, wo das Kartenhaus der Jongleure eingestürzt ist, bleibt Griechenland nur noch die Enttäuschung – und für viele Menschen der blanke Frust, der sich in unüberlegten Worten und Aktionen äussert. Dennoch glauben wir, dass sich die Mehrheit der griechischen Bevölkerung besonnen verhält. Und die meisten werden wohl einsehen, dass auch sie ein Teil des Problems sind. Und dass sich im Kleinen ändern muss, was im Grossen gelingen soll.

Besuchen Sie Griechenland und lernen Sie Land und Leute kennen. Griechenland hat seinen Gästen viel zu bieten, auch und gerade jetzt. Man wird sich bestimmt Mühe geben, Sie zu verwöhnen. Und die Schönheiten der Natur und die beeindruckenden Zeugen der Antike und des Mittelalters werden sie bezaubern. Der monotone Gesang der Wellen, das leise Rauschen des Windes in den Oliven- und Zitrushainen, der Duft nach Sommer, das unvergleichliche Blau des weiten Himmels und die funkelnde Pracht klarer Sternennächte werden manches vergessen machen, was zuvor noch negativ, allzu negativ erschien.

Wir im Südosten der griechischen Halbinsel Peloponnes, da, wo die Jefira-Olivenbäume stehen, merken fast nichts von all der Aufregung. Und so wird es an sehr vielen anderen verträumten, malerischen Orten auf dem Festland und den zahlreichen wunderschönen Inseln sein. Dies ist die andere Seite der Medaille. Und diese glänzt nach wie vor im berühmten hellenischen Licht – hell und klar!